Zum 800. Geburtstag von Niedersaubach wurde eine Festschrift erstellt, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Geschichte dieses kleinen, lebendigen Dorfes auseinandersetzt.

Festschrift "800 Jahre Niedersaubach", Herausgeber: Ortsvorsteher Werner Schmidt
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Die Festveranstaltungen zum Jubiläum beginnen am 12. und 13. Mai 2012; das Festprogramm ist in der Festschrift abgedruckt.
Lothar Schmidt
Schlagwörter: 800 Jahre Niedersaubach, Festschrift
Nun wird sie wieder zugänglich
Die Arbeiten, um die alte Eibe wieder in voller Schönheit betrachten zu können, haben begonnen. Die Eibe wurde freigestellt, man kann sie nun in voller Schönheit von der Rennbahnseite aus bestaunen. Die Zuwegung wird im Laufe des Sommers gemacht werden.
Hier zwei neue Bilder!

Die Eibe wird freigeschnitten, Fotos: Richard Wagner

Richard Wagner
Schlagwörter: 1000 Jahre alte Eibe, Alte Eibe, Naturdenkmal, Schloss La Motte
Auf der Jugendzeichnung des Künstlers Richard Hoffmann, Lebach, von 1946 sieht man den “Mühlenecken”, heute Pfarrgasse, wie er einst aussah. Daneben ein Foto von heute im Vergleich.

Der Mühlenecken, Richard Hoffmann 1946
Auf der linken Seite der Zeichnung sieht man das Anwesen „Schnur/ Brück/ Betz“ mit Scheune und Anbau. Michael Schnur, geb. 1880 aus Steinbach, heiratete 1907 Katharina Brück aus Lebach. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne und die Tochter Barbara Angela, geb. 1908, hervor; sie lebt heute 104-jährig in Hüttersdorf. Sie heiratete 1934 den Müller Emil Betz aus Dielmühle. Dieser arbeitete in der Lothringer Mühle (Wiesens-Mühle), die heute noch von der Firma Juchem betrieben wird. Emil Betz zog mit seiner Frau Angela nach Primsweiler, wo er eine Futtermittel- und Landproduktehandlung eröffnete.

Der Mühlenecken; Foto: Richard Wagner 2012
Auf der rechten Seite steht das Anwesen Graf. Johann Graf, 1835 geboren, war Wagner von Beruf. Er heiratete die Hebamme Maria Grohs. Aus dieser Ehe gingen 4 Kinder hervor. Der Sohn Nikolaus trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Stellmacher. Dessen Sohn Herrmann, geb. 1911, einer von 10 Kindern, wurde ebenfalls Stellmacher und führte den Betrieb bis zu seinem Tode 1969. Viele Lebacher werden sich an Herrmann, der seiner Körpergröße wegen “Lang Graf” genannt wurde, noch gut erinnern. Das Anwesen ist noch heute im Besitz der Nachkommen.
Richard Wagner
Schlagwörter: Betz, Brück, Graf, Mühlenecken, Schnur
Auf Betreiben unseres Vereins wird im Laufe des Jahres 2012 die Eibe auf dem Hofgut La Motte wieder zugänglich gemacht werden. Die Stadt Lebach, das Landesumweltamt und die Familie Brodback, Besitzer des Hofgutes, haben zusammengefunden, um den ältesten Baum im Saarland wieder ins rechte Licht zu rücken.

Alte Eibe auf La Motte, Foto: Richard Wagner 2011
Die Eibe (Taxus baccata) verbreitete sich vor über 2000 Jahren über ganz Europa. Bei Ötzi, der Gletschermumie, der vor 5200 Jahren lebte, fand man einen Bogenstab von 1,50 m Länge aus Eibenholz. Zu Zeiten der Römer bis ins Mittelalter war die Eibe ein häufig vorkommender Baum. Schon Julius Cäsar berichtet in seinen Werken von der weiten Verbreitung der Eibe in Gallien und Germanien.

Alte Eibe auf La Motte, Foto: Richard Wagner 1977
Das saftarme, zähe und harte Holz, das sehr langsam wächst, eignete sich bestens zur Herstellung von Waffen, wie Pfeil und Bogen, Speer und Armbrust. Berüchtigt waren die englischen Langbogen aus Eibenholz mit denen man über 200 m schießen konnte, die Pfeile verließen mit 150 km/h die Bogensehne. Zudem lieferte die Eibe, deren immergrüne Nadeln, Fruchtbeeren und Samen giftig sind, die Tinktur um Pfeil- und Speerspitzen zu vergiften.

Alte Eibe; Foto: Hans Fritz
Plinius bemerkt in seinen Schriften, dass der Anführer der Sueven „ Ambiorix“ sich mit Eibengift zu Tode gebracht habe.
Die Eibe auf La Motte wird nach neuesten Erkenntnissen auf 800 – 1000 Jahre geschätzt. Die Uni Leipzig hat vor wenigen Jahren festgestellt, dass die Eibe wesentlich älter sei, als bisher angenommen.
Es ist heute nicht mehr festzustellen, ob dieser Baum ein Überbleibsel eines Eibenwaldes ist oder ob man sie bei der Errichtung des Schlosses gepflanzt hat. Heute sind Eiben sehr selten, da sie sehr langsam wachsen. Sie werden nur 10 -15 m hoch. Als Nutzholz sind sie nicht mehr gefragt.

Alte Eibe; Foto: Willkomm 1953
Mit der alten Eibe besitzt Lebach einen Schatz, der erhalten und gepflegt werden muss.
Da unsere Stadt außer einer landschaftlich schönen Umgebung historisch nicht viel zu bieten hat, ist es notwendig, mit diesem alten Naturdenkmal auf Lebach aufmerksam zu machen.

Alte Eibe; Sammlung: Naumann
Im Laufe der nächsten Monate wird vom Eingang „Rennplatz“ an der Straße nach
Primsweiler hinter den Leitplanken ein Trampelpfad angelegt, der über den alten
Mühlengraben an der Viehweide vorbei zur Eibe führt. Die Eibe wird frei gestellt und eingezäunt (wegen ihres Giftes); eine Bank soll Wanderer und Baumliebhaber zum Verweilen einladen. Die Eibe wird dann wie früher vom Rennplatz wieder gut zu sehen sein.
Richard Wagner, Vorsitzender
Schlagwörter: Alte Eibe, Naturdenkmal, Schloss La Motte
Kreuzigungsgruppe von Ernst Brauner dominiert den Innenraum
Von SZ-Mitarbeiterin Traudl Brenner
Die Katholiken von Landsweiler haben als Beschützer ihrer Kirche den Heiligen Donatus auserkoren. 1953 wurde das Gotteshaus eingeweiht. Zuvor dienten zwei Notkirchen als Orte des Gebetes und der Eucharistiefeier.

St. Donatus Landsweiler, Foto: Richard Wagner
Lebach-Landsweiler. Wie auch in anderen Gegenden im Land an der Saar hat der aufblühende Bergbau in den vergangenen Jahrhunderten Landsweiler eine wahre Bevölkerungsexplosion beschert. Und die Bergleute waren noch fromm.

Bergmannskreuz
Die Folge: Dringender Kirchenbedarf. Zunächst sind Notkirchen entstanden – in Landsweiler wurde 1833 an das gerade erbaute erste Schulhaus ein Erweiterungsbau in Form eines Chors angefügt und die provisorische Kirche war fertig. Neunzig Jahre später, die Platznot war wieder groß, entstand eine weitere Notkirche. Erst nach 1950 konnte die „richtige“ Kirche gebaut werden, die wir heute hier vorstellen.

St. Donatus, Schutzpatron der Landsweiler Kirche, Fotos: Richard Wagner, Landsweiler 2012
Die Katholiken von Landsweiler haben als Beschützer ihrer 1953 eingeweihten Kirche den Heiligen Donatus auserkoren, der für den Schutz vor Blitzschlag zuständig ist. Seine Statue in der Kirche – in Legionärsuniform, denn er war römischer Soldat – ist auch mit einem zackigen Blitzstrahl ausgestattet. Und in der Tat: Bisher hat Donatus gute Arbeit geleistet, richtig gebrannt hat’s in „seiner“ Landsweiler Kirche noch nie. Schade, dass nicht auch der Wasserschutz zu seinen Aufgaben gehört: Dann käme vielleicht nicht immer mal wieder Regen durchs Kirchendach, trotz der vor gerade mal sechs Jahren erfolgten Renovierung.

Altar
Die Kirche von Landsweiler, erbaut vom Saarwellinger Architekten Toni Laub, ist ein typisches Kind der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts – ein schlichter, sachlicher Bau, steil am Hangenberg gelegen, der stumpfe Turm schaut über die Häuser. Dieser Turm, erst 1961 beigefügt, ist ein Campanile mit unverputztem Mauerwerk und steht etwas oberhalb der Kirche.

Rundfenster in der Apsis
Die Kirchenmauern sind weiß verputzt. Ein gläserner Vorbau am Eingang bietet Windschutz.

Fenster mit Heiligenbildern
Kirchengemeinderatsmitglied Klaus Feld geht mit uns in die Kirche, Ingrid Weber, die Küsterin, macht die Lichter an. Seitenschiffe hat der flach gedeckte Kirchenraum nicht. Die schmalen, hohen farbigen Fenster sind nach Entwürfen des Trierer Kunstmalers Walter Bettendorf entstanden – aber erst 1966: Sie ersetzen Vorgängerfenster, die wohl den farbigen Glaseinsätzen in den Eingangstüren ähnelten. Warum der Austausch damals stattgefunden hat, weiß heute keiner mehr so recht. Man muss aber sagen: Die heutigen Fenster mit ihren biblischen Szenen in lebhaften Tönen tun dem eher nüchternen Kirchenschiff gut.

Kreuzigungsgruppe von Ernst Brauner
Dominiert wird die Kirche von der gewaltig großen hölzernen Kreuzigungsgruppe im Chor. Die stammt, ebenso wie die Steinmetzarbeiten an Altar, Ambo und Weihwasserbecken, von dem katholischen, im Sudetenland geborenen Holzschnitzer Ernst Brauner, den es 1950 nach Landsweiler verschlagen hat. Er arbeitete als selbstständiger Bildhauer. Brauners Kreuzigungsgruppe ist eine Kostbarkeit – und sie hat einen prominenten Stifter: Johannes Hoffmann, 1890 in Landsweiler-Reden geboren – und von 1947 bis 1955 Ministerpräsident des Saarlandes. Er hatte die Gruppe im Vorfeld der Saarabstimmung gestiftet. Und zwei weitere Besonderheiten im Altarraum sind noch vorzustellen: Zum Einen das runde Fenster hoch oben über dem Altar, eine farbige Glasarbeit vom Feinsten, entworfen und ausgeführt vom Elsässer Glasmaler Tristan Ruhlmann aus Hagenau, der Kirchenfenster in der ganzen Welt gestaltet hat, zum Anderen der auffällige Tabernakel mit seiner rührenden Geschichte: Wie schon erwähnt, steht der Turm etwas oberhalb der Kirche. Ursprünglich war er aber unterhalb vorgesehen, doch das machte einer betagten Anwohnerin große Ängste. Sie fürchtete wohl, ihr Haus könne beim Bau tangiert werden. Und so bat sie dringend, den Turm an anderer Stelle zu errichten. Als dies tatsächlich geschah, spendierte sie aus Dankbarkeit den Tabernakel.

Orgel
Und noch ein kleiner Rundgang durch St. Donatus: An der rechten Längswand gibt es vier Heiligenfiguren, an der linken einen schönen Kreuzweg. Das Taufbecken steht in der Nähe des Altars. Und auf der Empore ist die 1960 eingebaute Orgel aus der Orgelwerkstatt Seifert in Bergisch Gladbach, und gleich neben dem Eingang liegt der Erbauer der Kirche begraben: Johann Adolf Hoffmann, Pastor in Landsweiler von 1930 bis 1958.

Taufbecken
Unter der Kirche ist der Pfarrsaal. Und rund um den Bau erstreckt sich eine einfache Grünanlage mit einer gemauerten Grotte. Aha, denkt man, Lourdes! Stimmt aber nicht: Hier haben die Mitglieder des Berg- und Hüttenarbeitervereins von Landsweiler ihrer eigenen Patronin, der Heiligen Barbara, einen Grubenstollen gebaut. Auch das alte Bergmannskreuz, datiert auf 1889 steht hier – und eine Lore, „e Gruuwewäänsche“. Es weckt viele wehmütige Erinnerungen an die Zeit, als Landsweiler vom Bergbau lebte, wuchs – und die Gottesdienste in der Kirche gut besucht waren.

Ambo
Auf der Seite „Momente“ stellt die Saarbrücker Zeitung im Wechsel Kirchen im Saarland und Lebenswege Verstorbener vor.
Auf einen Blick
Landsweiler gehört zur Pfarreiengemeinschaft Lebach. Leitender Pfarrer ist Franz-Rudolf Müller, Jeyaraj Santhanam und Michael Schäfer sind Kooperatoren, Organist Jürgen Fröhlich, Gemeindereferentin Marlene Schenk. Gottesdienste finden in St. Donatus sonntags um 9.45 Uhr statt. Am zweiten Mittwoch im Monat ist jeweils um 8.30 Uhr Wortgottesdienst der Frauen mit anschließendem Frühstück im Pfarrsaal. Beichte und Beichtgespräch sind nach Terminabsprache mit den Priestern möglich. Es gibt auch eine öffentliche katholische Bücherei. Ausleihe ist freitags von 16.30 bis 18.30 Uhr und sonntags nach der Messe. Telefonisch ist das Pfarrbüro unter (0 68 81) 23 23 zu erreichen. tb
Annmerkung: Die Lebacher Lokalredaktion der SZ hat uns freundlicherweise den Abdruck dieses sehr informativen Artikels von Traudl Brenner (SZ-Extra Momente, St. Donatus schützt seine Kirche vor Blitzschlag, von Traudl Brenner vom 14./15. Januar 2012, S. E1 West) erlaubt. Dafür herzlichen Dank! Ebenso danken wir unserem Vorsitzenden, Richard Wagner, für die wunderschönen Aufnahmen! LS
Schlagwörter: Ernst Brauner, St. Donatus, SZ Extra Momente, Traudl Brenner